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ÜBER LETTRE
Viermal im Jahr veröffentlicht die deutsche Ausgabe von Lettre International eine hochkarätige Zusammenstellung von Reportagen, Hintergrundanalysen, Interviews, Essays, Literatur und Kunst. Aus unterschiedlichsten Blickwinkeln, aus allen Weltregionen äußern sich internationale Autoren zu den brennenden aber auch verborgenen Themen der Gesellschaft und Politik, zu Kunst, Philosophie und Wissenschaft. Alle Texte, unter ihnen viele „Entdeckungen", sind deutsche Erstveröffentlichungen. Die Hefte werden jeweils von einem Künstler exklusiv gestaltet.
Lettre International ist eine unabhängige, internationale Publikation und versteht sich als interdisziplinäres intellektuelles Forum. Lettre sieht sich keiner politischen Programmatik verpflichtet.
Wir erleben unsere Zeit als eine Epoche beschleunigter Internationalisierung und erfahren zugleich eine zunehmende Fragmentierung der Welt. Dies verlangt ein weltoffenes Forum für den schnellen und intensiven Austausch von Beobachtungen, Ideen und Reflexionen. Modernes Denken setzt internationale Orientierung als Selbstverständlichkeit voraus. Lettre veröffentlicht ernsthafte, gut recherchierte und lebendige Beschreibungen unserer Welt und unserer Zeit. Die Zeitschrift versteht sich als Laboratorium der Neugier und setzt auf Qualität. Wo es um das Verständnis vielschichtiger Sachverhalte geht, wo es um die Durchdringung scheinbar homogener Strukturen geht, liefert Lettre Materialien für den Dialog, authentische Stimmen und streitbare Überzeugungen, die der Kultivierung von Offenheit dienen. Wir wünschen uns eine kosmopolitische Polyphonie freier, kritischer Wortmeldungen, die dazu beiträgt, sich über Grenzen hinweg mit den Augen anderer zu sehen, dem Provinzialismus der großen Kulturen entgegenzuwirken und kreativ mit den spannungsgeladenen Prozessen der Europäisierung und Globalisierung umzugehen.
Lettre setzt auf die Energien der Sprache und der Imagination, auf temperamentvolle Betrachtungen, auf die Durchleuchtung von Zusammenhängen. Besondere Aufmerksamkeit gilt Hintergrundanalysen zu bedeutenden aktuellen Ereignissen und brisanten Themen.
Wenn es uns gelingt, ein Spiegel von Veränderung, ein Seismograph der Welt in ihrer Zersplitterung und dem Zusammenspiel ihrer Kulturen, ihrer Architekturen und ihren Erschütterungen zu sein, dann kommen wir unserem Traum von einer Zeitschrift nahe.
GESCHICHTE
1984 wurde in Paris die französische Edition von Lettre International ins Leben gerufen. Erklärtes Ziel war es, mittels einer international orientierten und in mehreren Sprachen erscheinenden intellektuellen Publikation zu einem freien, intensiven und sprachübergreifenden Gedankenaustausch beizutragen, auch über die damaligen politisch-militärischen Trennungen des europäischen Kontinents hinweg. Noch 1984 wurde in Rom eine italienische Ausgabe gegründet und 1986 folgte eine spanische Edition in Madrid. Am 26. Mai 1988 erschien die deutsche Ausgabe der Zeitschrift in Berlin. Bald nach den Umwälzungen von 1989 ergriffen Intellektuelle in Mittel- und Osteuropa die Chance, Lettre in ihren jeweiligen Sprachen herauszugeben. Zeitweilig gab es Ausgaben in der Tschechoslowakei, in Bulgarien, Polen, Kroatien, Serbien, Ungarn, Rumänien, Russland, und Mazedonien. Einige dieser Ausgaben mußten ihr Erscheinen aus finanziellen Gründen später wieder einstellen. Seit Herbst 2003 erscheint in Kopenhagen eine dänische Ausgabe.
Lettre International, Berlin wurde in den ersten Jahren in verlegerischer Kooperation mit der der Berliner "Tageszeitung" publiziert. Mitte der neunziger Jahre etablierte sich Lettre International als unabhängige VerlagsGmbH.
Neben der Publikation der Zeitschrift initiierte und organisierte Lettre International immer wieder kreative Projekte internationalen Charakters. So wurde im Herbst 1995 vor dem Hintergrund der jugoslawischen Zerfallskriege und der Belagerung Sarajevos in enger Kooperation mit Schriftstellern der eingeschlossenen Stadt das Sonderheft "Hommage à Sarajevo" in deutscher und bosnischer Sprache publiziert. Die Idee philosophischer Preisausschreiben aktualisierend, wie sie die europäischen Akademien im 18. und 19. Jahrhundert durchgeführt hatten, initiierte die Zeitschrift von 1997-1999 einen weltweit ausgeschriebenen philosophischen Essay-Wettbewerb. Vor dem Hintergrund der intensiven Globalisierungsdebatte entsandte Lettre International im Rahmen des Projekts "Weltreporter unterwegs" sieben Reportageautoren und einen Photographen gleichzeitig an unterschiedliche Schauplätze in Randzonen der Globalisierung. Nach den Attentaten auf die New Yorker Twin Towers 2001 lud die Zeitschrift mehr als 30 internationale Künstler ein, auf den Schock des 11. September zu reagieren. Mit dem Lettre-Ulysses-Award for the Art of Reportage etablierte Lettre International 2003 den ersten Weltpreis für Reportageliteratur.
INTERNATIONALE KOOPERATION
Die Arbeit von Lettre International beruht auf dem Grundkonzept, ein internationales und interdisziplinäres intellektuelles Forum für Europa zu schaffen. Die Themen der Zeitschrift, die Herkunft der Autoren und der Leserkreis reichen jedoch über Europa weit hinaus. Die Mehrzahl der Beiträge ist aus anderen Sprachen übersetzt. Die heute bestehenden Ausgaben in deutscher, italienischer, spanischer, ungarischer, rumänischer und dänischer Sprache arbeiten als transnationales publizistisches Netzwerk. In Frankreich existiert zur Zeit nur ein Redaktionsbüro. Eine Gruppe von Intellektuellen in Moskau bereitet eine neue russische Ausgabe vor.
Die jeweiligen Redaktionen arbeiten in unterschiedlichen publizistischen, ökonomischen und kulturellen Kontexten und verkörpern zudem verschiedene historische Erfahrungen. Zwischen den Redaktionen besteht eine enge Kooperation, die Ausgaben sind jedoch nicht identisch. Jede Redaktion arbeitet eigenständig und selbstverantwortlich.
TEXTE UM LÄNGEN VORAUS
Mit Lettre erhalten Sie viermal im Jahr eine Zeitung im Tabloidformat von 370 x 270 mm. Ein markantes Format, das es ermöglicht, auf 116 Seiten pro Ausgabe nahezu den Umfang von drei Taschenbüchern unterzubringen. Seit Herbst 2003 erscheint Lettre in einem neuen Design. Das dreispaltige Blocksatzlayout verwendet als Grundschriftarten die Garamond und die Syntax. Den Innenteil lassen wir im Heatsetverfahren, den Umschlag im Bogendruck herstellen. Alle diese Faktoren ermöglichen eine großzügige Bildgestaltung und eine detailreiche, lebendige und gedankenstarke Textkultur.
Lettre wird im Abonnement (ca. 40% der Käufer), am Kiosk (40%), im Buchhandel (15%), und ab Verlag (5%) verkauft.
