Lettre Forum

Rosinen aus Berlin

Die Luftbrücke – eine Fluchtbrücke für das Kapital? Berlin war einst die größte Industriestadt des europäischen Kontinents. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt eine andere. Zerstörung, Demontage, Deindustrialisierung, Abwanderung der Eliten folgten aufeinander. Berlin verlor auf Dauer seine wirtschaftliche Unabhängigkeit und leidet bis heute unter einer Subventionsökonomie. Grischa Meyer spürte dem Mythos von Blockade und Luftbrücke nach. In der Berliner Nachkriegszeit gibt es für ihn noch Unbekanntes und Interessantes zu entdecken.
Was war 1948 und 1949 in den Rosinenbombern, wenn sie Berlin wieder verließen? War diese Armada von Transportflugzeugen tatsächlich nötig, um die Westsektoren zu versorgen? Oder ging es um einen
 Propagandafeldzug und eine Machtdemonstration der Westalliierten gegenüber dem ehemaligen Verbündeten? Vieles spricht dafür, daß die Rückflüge für den Abtransport von Maschinen, Fachleuten und Führungskräften aus Westberlin genutzt wurden. Das Kapital ergriff die Flucht. Die Stadt blieb zurück in Scheinselbständigkeit.  Hätte es Alternativen zu dieser wirtschaftlichen Entkernung geben können? Ein Blick zurück nach vorn. Eine Einladung an Berlin, sich einer noch nicht zu Ende erzählten Geschichte zu stellen. Wir freuen uns über Ihre Diskussionsbeiträge zu diesem Text.

Es wird diskutiert mit: 
Meyer, Grischa
Diese Diskussion wird geführt auf: 
Deutsch
Der Beitrag findet sich in Heft: 
LI 96
Diskutierter Text: 
Rosinen aus Berlin
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