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In dieser Ausgabe
Flucht in die Zukunft, Realitätsvergessenheit und Zivilisationskrise
Die Kunst des Wegsehens und die Geschichtslügen der Grande Nation
Eine fliegende Hypothese über die Nachkriegszeit und die Flucht aus Berlin
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Kunstportfolio
LETTRE-KUNSTPORTFOLIO
The Way We Live Now
Ende 2011 erschien das Lettre-Kunstportfolio, zu welchem die Künstler Ai Weiwei, John Baldessari, Monica Bonvicini, Olafur Eliasson, Leiko Ikemura, Ilja und Emilia Kabakow, Robert Longo, Tobias Rehberger, Daniel Richter, Rosemarie Trockel mit exklusiven Arbeiten in unterschiedlichen Produktions-
techniken beigetragen haben.
Gesammelt in einer bedruckten Leinenmappe sind die zehn Arbeiten für Für 11.000,- Euro (zzgl. 7 % Mehrwertsteuer) zu erwerben.
Die Auflage beträgt 30 Exemplare, das Format ist 50 x 70 cm. Alle Arbeiten sind numeriert und signiert.
Wir freuen uns, daß nach Ilja Kabakow (1998), Robert Longo (2005), Rosemarie Trockel (2011) nun auch John Baldessari (2012) den Kaiserring der Stadt Goslar zugesprochen bekommen hat – alle vier Beitragende zum Lettre-Kunstportfolio.
Hinweis: Die EU-Kommission fordert von der Bundesregierung die Abschaffung des ermäßigten deutschen Mehrwertsteuersatzes für Kunstwerke von sieben Prozent und seine Anhebung auf 19 Prozent. Bei aller heftigen Kritik daran spricht vieles dafür, daß der reduzierte Mehrwertsteuersatz als deutscher Ausnahmetatbestand der europäischen Vereinheitlichung weichen muß. Für das Kunstportfolio „The Way We Live Now“ bedeutete dies eine Preiserhöhung von 11.770 Euro auf 13.090 (um 1.300 Euro) zur Folge. Bitte beziehen Sie dies in Ihre Entscheidung über den eventuellen Zeitpunkt eines Erwerbs mit ein.
Als Beigabe zum Kauf einer Edition schenken wir Ihnen ein Jahresabonnement von Lettre International. Bitte nennen Sie uns im Kommentarfeld am Abschluss der Bestellung die Ausgabe mit der Ihr Bezug beginnen soll.
Anfragen unter: 030 308 704 62 oder vertrieb(at)lettre.de
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Hommage à Sarajevo
Vor zwanzig Jahren begann die Belagerung Sarajevos.
Die Belagerung von Sarajevo im Bosnienkrieg begann mit der Einnahme des internationalen Flughafens im Vorort Ilidža durch die Jugoslawische Volksarmee in der Nacht vom 4. auf den 5. April 1992. Sie endete am 29. Februar 1996. Mit 1.425 Tagen ist sie die am längsten andauernde Belagerung einer Stadt im 20. Jahrhundert. (Es gab allerdings noch schlimmere, wie die Belagerung Leningrads von 1941 bis 1944.) Während der Blockade und Belagerung durch serbische Truppen und Paramilitärs schlugen pro Tag durchschnittlich mehr als 300 Granaten in der Stadt ein. Fast 10.000 Menschen aller Ethnien (darunter 1.600 Kinder) wurden getötet und 50.000 teilweise schwer verletzt. Im September 1993 waren 35.000 Gebäude in ganz Sarajevo zerstört und zahllose andere beschädigt. Nach Luftangriffen der Nato auf Stellungen der serbischen Belagerer wurde im Oktober 1995 ein Waffenstillstand vereinbart; es folgten die Verhandlungen von Dayton. Erst Ende Februar 1996 wurde die Belagerung Sarajevos offiziell für beendet erklärt. (Quelle: Abschlußbericht der Vereinten Nationen, nach Wikipedia)
Aus Solidarität mit der geschundenen bosnischen Stadt initiierte die deutsche Redaktion von Lettre International im Oktober 1995 eine „Hommage à Sarajevo“ in Form eines monothematischen Heftes. Es sollte ein Zeichen gegen die Politik der „ethnischen Säuberung“ der Belagerer setzen, den Eingeschlossenen eine Ausdrucksmöglichkeit zur Verfügung stellen sowie das Verständnis zwischen den Belagerten und den – medial vermittelten – internationalen Zeugen des mörderischen Geschehens befördern. Diese Nummer wurde zusammen mit Intellektuellen, Schriftstellern, Dichtern, Künstlern und Journalisten in und aus der bosnischen Hauptstadt konzipiert und realisiert. Ende 1995 erschien sie in deutscher sowie in serbokroatischer Sprache.
Die beiden – etwas unterschiedlichen – Hefte enthalten Beiträge von Susan Sontag, Nermina Kurspahic, Péter Nádas, Alma Lazarevska, Jean Baudrillard, Dzevad Karahasan, Nenad Velickovic, Barbara Spinelli, Theodoros Angelopoulos, Marusa Krese, Juan Goytisolo, Semezdin Mehmedinovic, David Rieff, Abdulah Sidran sowie vielen weiteren Autoren aus Sarajevo und aus aller Welt. Sie sind auch ein Dokument der intellektuellen Geschichte Europas.





