LI 062, Herbst 2003
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Somalis ohne Land

Nach dem Staatszerfall--Stimmen eines zerstreuten Volkes

Ich sehe immer noch die verräterischen Tränen über die Wangen der Flüchtlinge laufen. Meine jüngere Schwester war mit einer der ersten Bootsladungen Somalis in Mombasa eingetroffen. Bekümmert sprach sie von den Ereignissen.
"Wir sind gerade noch davongekommen", sagte sie, als ich sie im Flüchtlingslager Utange in Mombasa traf. "Unsere Betten blieben ungemacht, unsere Eßzimmerstühle umgestürzt, unsere Küchen ungefegt, unser Geschirr in den Spülen ungesäubert – unsere ganze Zukunft war zerstört. Wir rannten, so schnell wir konnten, kümmerten uns nicht darum, wo wir hingeraten würden: ins Inland unter die Vertriebenen oder ins Ausland unter die staatenlosen Flüchtlinge. Wir sperrten bei der Flucht das Haus so ab, als unternähmen wir nur einen Wochenendausflug aufs Land. Die Angst, was uns widerfahren würde, wenn wir ausharrten, beherrschte uns so, daß wir keinen Augenblick an unserer Entscheidung zur Flucht zweifelten."
Meine Schwester und mein Vater waren nach der anstrengenden Überfahrt auf einer überfüllten Dhau niedergeschlagen und erschöpft. Noch ganz benommen von den Strapazen der Vertreibung und der Flucht, schilderten sie, was ich damals für Horrorgeschichten hielt. Das meiste klang einfach unglaublich, vieles stammte aus zweifelhaften Quellen und war meiner Meinung nach nur deshalb in die Welt gesetzt worden, um das Ansehen des anderen Clans in den Schmutz zu ziehen. Ich fragte meinen Vater, der damals schon über achtzig war, warum er geflohen sei. "Wir flohen, weil unser Clan es geraten hat."
"Warum hast du keine Nachforschungen angestellt, bevor du auf und davon bist?" fragte ich verwundert. "Du hättest dir wenigstens die Zeit gönnen können, nach deinen kenianischen Papieren zu suchen. Dann wärst du jetzt kein Flüchtling. Du hattest doch mal Anspruch auf die kenianische Staatsbürgerschaft, oder?" Er tat so, als hätte er mich nicht gehört: "Wir glichen einer Schar Ameisen, die blind vor Angst vor einem Hurrikan flüchtet." Dann, nach einer Pause: "Leider hatten wir keine Ahnung, daß wir in den Sturm hineinrannten, statt von ihm weg. Weißt du, alle aus unserem Clan hatten den Fluchtvirus eingefangen, während jene Clans, die blieben, vom Standhalten befallen waren."
Das erinnerte mich an eine Fangfrage für Kinder, um ihre Geistesgegenwart herauszufordern: Wenn ein Jäger auf zwanzig Hirsche stößt, zielt und schießt, dabei aber keinen trifft, wie viele bleiben dann übrig? Selten hat ein Kind auf Anhieb die richtige Antwort parat.
Ich betrachtete meinen Vater, den ich siebzehn Jahre lang nicht gesehen hatte. Er lag in einem Krankenhaus in Mombasa, wo er sich von einer Wirbelsäulenverletzung erholte. Die lange Trennung hatte uns nicht versöhnlicher gestimmt. Er und ich waren immer noch in allen Punkten anderer Meinung.
Meine Schwester versuchte den Frieden zu wahren, indem sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit dem Gespräch eine andere Wendung gab. Die wohl ziemlich aggressiv gestellte Frage, warum er meine, er wäre umgebracht worden, wenn er geblieben wäre, bloß weil er zu einem anderen Clan gehöre, beantwortete daher sie. "Es ging nicht darum, wer jemand war oder zu welchem Clan er gehörte, es war einfach der Tiefpunkt der Hilflosigkeit", sagte sie. "Deswegen sind wir auf und davon."
"Du meinst, alle sind geflohen?"
"Ich weiß, daß Angehörige der anderen Clans geflohen sind", sagte sie, "wenn auch in verschiedene Richtungen und nicht unbedingt erst nach Kismayo und dann nach Mombasa."
Ich merkte gleich, daß meinem Vater die Einmischung meiner Schwester mißfiel. Zorniger gegen jene, die ihn zur Flucht genötigt hatten, als gegen uns, erwiderte er: "Ich bin alt genug, daß mir eure Gedanken egal sein können, aber ich will euch sagen, wir sind geflohen, weil wir den Bestien in uns von Angesicht zu Angesicht begegnet sind."
In nicht allzu freundlichem Ton wies ich ihn darauf hin, daß die Leute Geschichten auf der Grundlage von Angaben erfänden, die keinen Schimmer von Wahrheit mehr hätten und in denen eine Familie gegen die andere um politischer Vorteile willen ausgespielt werde.
Meine Schwester mühte sich redlich, aber vergeblich, das Thema zu wechseln. Denn mein Vater hatte sich mittlerweile in Rage geredet. Er schrie beinahe: "Mogadischu ist in die Klauen von Meuchelmördern gefallen, nicht besser als Hyänen, und die haben keine Ahnung davon, was Ehre, was Vertrauen ist, was politische Verantwortung bedeutet."
Meine Schwester versuchte weiter, das Thema zu wechseln.
Doch mein Vater fuhr giftig fort: "Würdest du eine Hyäne bitten, auf deinen Hackbraten aufzupassen? Du wärst doch ein Narr, einer Hyäne zu vertrauen, oder etwa nicht?"
Ich wandte ein: "Das somalische Clan-Spektrum hat mehr Farben im Regenbogen seiner Gliederungen, als ein Anthropologe vermuten könnte. Und wer weiß, die kriegerischen Clans könnten zahlenmäßig kleiner sein als die friedliebenden, die Somalis, die standorttreu sind. Diejenigen nomadischer Herkunft machen sich lauter bemerkbar und halten sich für die wahren Somalis. Sie sind die kampflustigen Bestien, die sich dauernd an die Gurgel fahren, Bestien, die den Absichten von anderen nie trauen. Noch dazu gehen wir unsachgemäß mit einigen Punkten um, darunter auch dem, wie viele von uns es gibt."
Meine Schwester bemerkte: "Die Flucht ist kein Eingeständnis einer Schuld unsererseits. Und was deine Frage angeht, warum wir davonliefen: Was hätten wir deiner Meinung nach tun sollen – Waffen kaufen statt wegzurennen?"
Ich dachte über diese Worte nach. Waren sie nicht davongerannt wie ein Hirsch, der andere Hirsche davonrennen sieht?
"Wir hörten die Angst in den Schritten der Laufenden", fuhr mein Vater fort, "und spürten die Furcht in unserem beschleunigten Herzschlag. Ich schätze, es ist klüger, sich der fliehenden Menge erst einmal anzuschließen und dann nach dem Warum zu fragen, als zu warten und dann ausgeraubt, vergewaltigt oder ermordet und unbestattet am Wegesrand liegengelassen zu werden. Was hat es für einen Sinn, in Mogadischu zu bleiben, wenn keiner mehr da ist?"
Ich beharrte auf meinem Standpunkt, daß es sich hier nicht um einen Krieg zwischen Clans handelte, und hoffte, die Geschichte würde mir Recht geben. Meiner Ansicht nach fand hier eine Schlacht zwischen hochgradig Machtgierigen statt, wo der geringste Funke schon ein großes Feuer entzünden konnte, das bei ungünstigen Windverhältnissen uns alle zu verschlingen drohte.
Und dann setzten sie mich davon ins Bild, was sie mit unserem Besitz vorhatten, wenn sie sich mit einer Nichte von mir in Verbindung gesetzt haben würden, der unsere Häuser, Autos, Wäsche, Haushaltsgeräte und persönliche Wertgegenstände anvertraut worden waren. Ich erwiderte eher scherzhaft, daß jeder an das Lumpenproletariat Mogadischus verlorene Besitz als angemessene Vergütung für unbezahlte Schulden an die Entrechteten dieses Landes betrachtet werden könne.
Doch mein Vater nahm meine Worte ernst und meinte: "Viele Dinge bedeuteten ungeheuer viel, als das Land in Ordnung war. Besitz bedeutete etwas, Bildung, Zwischenmenschlichkeit, Gemeinsinn, all das hatte großen Wert. Doch wenn die schiere Anarchie herrscht, läßt sich Besitz und Zwischenmenschlichkeit, kurz, dem Wesen von Dingen kein Gewicht mehr zumessen. Weil das Leben nicht mehr dieselbe Bedeutung wie vor dem Bürgerkrieg hat."
Wir schwiegen. Meine Aufmerksamkeit wurde auf eine Gruppe ziemlich zerlumpter Frauen und Kinder gelenkt, die höchstwahrscheinlich einen von einer Krankheit genesenden Angehörigen aufsuchten. Meine Schwester erklärte, sie seien arm geboren und würden arm sterben. Nicht einmal ein vernünftiges Paar Schuhe könnten sie ihr Eigen nennen. Ich überlegte, ob ihre Flucht irgendeinen Sinn ergab und fragte mich, was ihr altes Ich zu ihrem neuen sagen würde, wenn sie sich nicht in einem Slum in Mogadischu, sondern in einem Flüchtlingslager in Mombasa begegneten.
Schließlich erörterten wir die Frage, wann meine Schwester den ihr angebotenen Posten bei der UNO antreten würde. Sie bestand darauf, erst dann zu gehen, wenn wir jemanden für die Betreuung des alten Mannes gefunden hätten. Ich bezweifelte, ob meine Brüder oder ich uns so aufopfernd um unsere betagten Eltern kümmern würden, wie meine Schwestern es getan hatten; zuerst um unsere Mutter, die beinahe vier Jahre bettlägerig war, bevor sie starb, und nun um unseren Vater, einen zänkischen Mann, der seit kurzem so gebrechlich war, daß er rund um die Uhr Hilfe brauchte.
Ein Teil von mir war erleichtert darüber, daß der Wohltätigkeitssinn unserer Frauenzimmer stets unsere schlimmsten Befürchtungen zerstreute, da sie Zerbrochenes wieder kitteten, Verwundete heilten, sich um die Betagten und Siechen kümmerten – aufopferungsvolle Frauen, die ihr Leben für das Allgemeinwohl der ganzen Gemeinschaft hingaben. Ein anderer Teil von mir geriet in eine mordlüsterne Stimmung, wenn ich an die verheerenden Folgen des Bürgerkriegs dachte, der so wie alle kriegerischen Auseinandersetzungen in der Geschichte der Menschheit zweifellos das Werk von Männern war. Ich fragte mich: Was würde aus uns werden ohne die schlichtende, die gütig eingreifende Kraft unserer Frauen?
Außer meinen nächsten Angehörigen begegnete ich im Flüchtlingslager von Mombasa auch anderen Somalis – Entkommenen, die schlimme Erinnerungen mit sich herumschleppten.
Von dem Entsetzen, das sie erlebt hatten, sprachen sie immer wieder, entwürdigt in ihrem Verhalten, mit Trauer in den Augen und in so jämmerlicher Verfassung wie ein unversorgtes Waisenkind mit entzündeten Tränendrüsen. Sie riefen in mir das Bild von frisch neben einem noch leeren Grab angehäufter Erde hervor. Ich spürte, daß unter den bitteren Erinnerungen, die sie mitgebracht hatten, ein unsagbarer Kummer verborgen lag. Es gab Bereiche ihres Lebens, zu denen ich keinen Zugang hatte, weil ich nicht dort gewesen war, als das Entsetzen ihre Wohnungen heimsuchte. Sie gehörten zu einem "Wir", das ein gemeinsamer Alptraum vereinte. Daß ich nicht zu diesem "Wir" gehörte, wurde mir deutlich gemacht. Aber dann wurde ich auch nicht als Teil von "Ihnen" wahrgenommen.
Der stürmische Ausbruch ihrer Empfindungen und Gefühle, ausgedrückt in einem sehr clanmäßigen Jargon, verschlug mir die Sprache. Ihre Erinnerungen waren so vergiftet, daß es mich, weil ich darauf nicht vorbereitet war, regelrecht umwarf. Vielleicht schockierte mich gar nicht so sehr, was meine Gesprächspartner berichteten, sondern das Ausmaß und die Unerbittlichkeit, mit der die Verletzung in ihrem Blut zirkulierte.
"Wir wissen, wer wir sind", wiederholten etliche von ihnen immer wieder bitter. "Was sich in Mogadischu abgespielt hat, hat uns gelehrt, wer wir sind." Was meinten sie mit "uns"? Da steckte keine Doppelbödigkeit dahinter; sie waren mit ganzem Herzen einer neuen somalischen Ausdrucksweise verpflichtet, bei der "uns" sich auf eine postkoloniale Realpolitik bezog, die von den anachronistischen Empfindungen einer Clan-Mentalität beherrscht war. Ich sah mich genötigt, jedem einzelnen von ihnen klar zu machen, daß ich weder zu "uns" noch zu "ihnen" gehörte.
Es machte mir aber auch keine Freude, allein zu sein. Ich war genauso traurig und voller Erinnerungen, die an mir zerrten wie eine läufige Hündin an der Leine.
Und bevor es mir klar wurde, suchte mich die Erinnerung an meinen letzten Tag in Somalia im August 1974 heim. Zu einem safar-salaamo, einem Abschied, waren alle engen Familienangehörigen, jung und alt, an den internationalen Flughafen gekommen, um mir Adieu zu sagen.
Ich hatte kein großes Verlangen, meine Abreise bekanntzumachen, weil ich befürchtete, daß mein Flug vereitelt werden würde. Aber nicht so meine Familie, die eine Art despedida (Abschiedsfest) im lateinamerikanischen Stil gab. Im Familienanwesen wurden Gebete gesprochen, um meine Abreise mit Koranversen abzusegnen. Meine Schwestern luden einige enge Vertraute und etliche angeheiratete Verwandte zum Essen ein. Später wurden alle in ihrem feinen Aufzug photographiert. Alle freuten sich, daß ich nach Europa reiste; nicht nur, weil sie glaubten, daß es dort für einen jungen Schriftsteller bessere Möglichkeiten gebe, sondern auch, daß ich mich dort außerhalb der Reichweite von Siyad Barres Geheimdienst befände. Mich freute meine Abreise nicht, da ich ahnte, daß ich nicht zurückkommen würde.
Ich weiß noch, wie mir ein älterer Bruder, als wir uns zum Gruppenphoto aufstellten, Ratschläge gab; ich erinnere mich, daß meine Mutter mich vor den Gefahren fremder Länder warnte ("Du bist schon einmal mit einer ausländischen Frau heimgekommen, ich rate dir, diesmal allein zurückzukehren!"); ich habe auch die Bitte einer Schwester im Ohr, öfter Briefe zu schreiben; mir fällt wieder ein, daß mein Sohn, von der despedida erfreut und begeistert, mich bat, ihm Kleidung, Fahrräder und andere Sachen aus England zu schicken, damit er vor seinen Altersgenossen angeben könne. (Weder mein Sohn noch ich konnten absehen, daß dreizehn lange Jahre vergehen würden, bis wir uns wieder begegneten.)
Und ich weiß noch, daß mein Vater wieder einmal auf dem hohen Roß saß und sich verärgert zeigte über ein Versprechen, das ich angeblich nicht eingehalten hatte, aber sich weigerte, mir zu sagen, um was es sich handelte, ganz egal, wie oft ich ihn darum bat. Später dann, als er mich nach dem letzten Aufruf zum Abflug beiseite nahm, sagte er: "Du bist kein Segen, sondern ein Fluch. Möge das Pech dich begleiten in diesem und im nächsten Leben auch."
Die Jahre haben Zeugnis über die Bedingungen meines Exils abgelegt, eine Dunkelheit mit genügend Licht, um es mir zu ermöglichen, meinem Kommen und Gehen einen Sinn zu geben, wobei ich mir nie überlegte, ob ich gesegnet oder verflucht sei. Jahre später, im April 1990, sollte ich in Berlin vom Tod meiner geliebten Mutter nach einer langen Krankheit erfahren. Es bedrückte mich sehr, daß ich sie nicht mehr gesehen habe. Im Rückblick bin ich nur zu erleichtert, daß sie die Bürgerkriegswirren nicht miterleben mußte, die das von ihr so geliebte Land zerstückelten.
Nicht lange, nachdem ich meinem Vater als Flüchtling in einem Lager in Mombasa begegnet war, traf auch ihn der Tod in einem von Unsicherheit geprägten Land. Er starb am Freitag, dem 12. Juli 1993, eines friedlichen Todes, zwei Tage bevor er meiner in die USA ausgewanderten Schwester nachreisen sollte. Bis zu seinem Tod blieb er unentschlossen, ob er mit seinen über achtzig Jahren in Kenia gut versorgt als Flüchtling bleiben, nach Mogadischu zurückkehren oder meiner Schwester in die USA folgen sollte, wo sie eine Anlaufstelle für jedes Familienmitglied eingerichtet hatte. Mein ältester Sohn hingegen hatte seine Schule in Montreal verlassen und war gegen meinen Rat nach Mogadischu zurückgegangen. Da er auf der Flucht seine Papiere zurückgelassen hatte, landete er in demselben Flüchtlingslager in Mombasa. Später ging er auf ein College in Nairobi, bevor er schließlich meiner Schwester nach Detroit folgte.
Die traurigen Begebenheiten seither sind zu zahlreich, um sie hier alle aufzuführen. Zu meiner weit verstreuten Familie gehören eine als Staatenlose in Holland gestrandete Schwester, eine als anerkannte Asylantin in Kanada lebende Schwester, ein Bruder mit elf Kindern, zwei weitere Schwestern und mein Sohn in den USA, zwei weitere Brüder; der eine wartet in Dire Dawa auf die Entscheidung über ein Stipendium in Nordamerika, der andere hat einen hohen Regierungsposten im Ogaden in Äthiopien, wohin er von Mombasa gezogen ist. Alle sind dem glücklichen oder unglücklichen Wind ihres Schicksals ausgesetzt. Während der despedida am Flughafen Mogadischu konnte ich nicht voraussehen, daß mein Abflug von Todesfällen in meinem engsten Familienkreis und schließlich vom schmerzvollen Tod meines Landes selbst gefolgt sein würde. Was für Katastrophen!
(...)

Mehr von:
Nuruddin Farah
Seitenzahl: 
Im Heft auf Seite 65
Aus dem Englischen von Klaus Pemsel

Genre

Hauptthema
  • Schicksal und Leben von Bürgerkriegsflüchtlingen

Schlagworte

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