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Lettre aktuell 1/2021


Lettre International 132 / Neue Ausgabe

Verehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde,

heute, am 25. MĂ€rz 2021, erscheint Lettre International Nr. 132. Das ideenreiche, lebendige, anmutige und ĂŒberaus betörende FrĂŒhjahresheft ist ab sofort im Buchhandel und am Kiosk erhĂ€ltlich, an stĂ€dtischen Bahnhöfen und FlughĂ€fen sowie ab Verlag (www.lettre.de).
Trotz mancher negativer ökonomischer Auswirkungen der Pandemie ist Lettre mit einem wahrhaft ermutigenden Signal ins neue Jahr gestartet: Mehr als 450 neue AbonnentInnen haben seit Dezember 2020 Lettre zu ihrer Leib- und Magen-LektĂŒre erkoren – eine Willensbekundung fĂŒr unbeirrte QualitĂ€tsorientierung und unabhĂ€ngige Printmedien! Wir freuen uns sehr darĂŒber und sagen: Herzlichen Dank!


ABO PLUS +++ INSPIRATION GEGEN DIE LOCKDOWNS +++ UNSERE OSTER-ÜBERRASCHUNGSEIER

Gegen die Monotonie des Lockdowns und die Melancholie des Fernwehs bieten wir neuen Abonnentinnen und Abonnenten ein attraktives Vakzin. Bis zum Ende der Osterwoche, am 11. April 2021, hoppelt der Lettre-Osterhase allen Neu-AbonnentInnen mit einem Lettre Überraschungsei entgegen. FĂŒr jedes Neu-Abonnement erwartet Sie eine schöne Hör- oder Musik-CD. Autobiographisches von Hape Kerkeling oder Haruki Murakami, musikalische Werke von Verdi, Strawinsky oder Brahms, meisterliche ErzĂ€hlungen von Gabriel GarcĂ­a Marquez, Aldous Huxley oder James Joyce, legendĂ€re Hörspielinszenierungen von Dylan Thomas, John Dos Passos und H.G. Wells, und vieles Tolles mehr.

Beste LektĂŒre ● 4 x im Jahr ● frei Haus (im Inland und in der Schweiz) ● druckfrisch ● direkt in Ihren Briefkasten ● keine Ausgabe verpassen ● unschlagbares Preis-/LeistungsverhĂ€ltnis: Sie sparen mit einem 1-Jahres-Abo etwa 12 Prozent des Kioskpreises (49,- Euro statt 55,60 Euro im Inland), mit einem 3-Jahres-Abo 15 Prozent (140,- Euro statt 166,80 Euro im Inland) ● Schweizer AbonnentInnen sparen bei einem 1-Jahres-Abo 15 Prozent des Einzelverkaufspreises (79,- statt 92,- CHF), bei einem 3-Jahres-Abo 23 Prozent (225,- statt 276,- CHF) ● Bezahlung auch bequem per PayPal möglich

Geben Sie sich einen Ruck und rufen Sie uns an. Unsere Überraschungsei-Verantwortlichen sprechen mit menschlicher Stimme: Tel. +49 (0)30 308 704 62!


DIE THEMEN DES HEFTES IM ÜBERBLICK

Operation Europa ist eine brillante und tiefgreifende Analyse der Integrationsdynamik, des InstitutionengefĂŒges und mancher Geheimnisse der EuropĂ€ischen Union. Chinas Erneuerung kontrastiert das autokratische Machtsystem des heutigen Reichs der Mitte mit der kulturellen Folie seiner uralten konfuzianischen Zivilisation und fordert eine demokratische Verfassungsreform des Landes. Friedrich der Große war Philosoph, Musiker, Staatsmann und Feldherr – „ein Großer von höchster FragwĂŒrdigkeit“ im PortrĂ€t. Nietzsches Napoleon skizziert die Verkörperung des Willens zur Macht und der Sehnsucht nach KĂ€lte. Im PlĂ€doyer fĂŒr Hunde offenbaren sich geistige Verwandtschaften zwischen dem Sultan der Hohen Pforte des einstigen Osmanischen Reiches, AbdĂŒlhamid II, und dem heutigen neo-osmanischen Sultan von Istanbul. Das LĂ€cheln Bergoglios enthĂŒllt die Karriere eines peronistischen Jesuiten aus Buenos Aires auf den Heiligen Stuhl im Vatikan. An die Tragödie des Holodomor in der Ukraine in den 1930er Jahren und einen aufopferungsvollen Journalisten erinnert Die Große Hungersnot.Das Leben riskieren hinterfragt die ubiquitĂ€re Rhetorik der Anerkennung auf ihre philosophische DignitĂ€t. Mit Hilfe der Antiken Polis verstehen wir Muster unserer eigenen Demokratie. Körper und Geist erquicken sich bei NĂ€chtlichem Gehen. Ein rebellischer Tanz aus Los Angeles bringt Alles in die Vertikale. Wir erleben Amouren in Triest, hören das kaddisch fĂŒr einen verblendeten, sitzen Zu Gast bei Trimalchio aus dem Satyricon des Petronius und inspizieren die US-amerikanische Landschaft nach dem Aufruhr. Brooke DiDonato schlĂŒpft durch die angelehnte TĂŒr des Unbewußten und entfĂŒhrt uns ins Wunderland ihrer Bilder. Floriane de LassĂ©e portrĂ€tiert drei Generationen afrikanischer Erfolgsfrauen.

STILFRAGEN

Alles in die Vertikale! ist das Motto junger rebellischer TĂ€nzer auf den Straßen von Los Angeles. Aus Hip-Hoppern und Stripdancern sind Krumper geworden, WiderstandstĂ€nzer gegen die Polizeigewalt, aus Clowns wurden Krieger. GwenaĂ«lle Aubry war dabei: „Radikal hoch oben sind wir, wenn wir tanzen, höher als die Watts Towers, höher als die Trump Towers, unsere Köpfe berĂŒhren das Königreich. Mit gespreizten Beinen stampfen wir den Boden, als wollten wir Ketten abschĂŒtteln, man bohrt die Erde, man weckt die Wurzeln auf, und dann plötzlich eine Drehung des Knies, ein Schlag auf den Feind von hinten. Stomp, unsere Schritte werden schneller, (...) unsere Schultern heben sich: Wobble, unsere Arme schwingen nach unten: Bounce, strecken sich, fangen auf oder werfen: Grab, unsere HĂ€nde schließen sich, eine Gerade mit der FĂŒhrhand: Jab, unsere Finger öffnen sich, Zeigefinger und Daumen hochgestreckt: Talking, spreizen sich: Smack, unsere FĂ€uste ballen sich: Power.“

Gehen bekrĂ€ftigt, daß man auf dieser Erde lebendig ist, so Nicholas Shakespeare. Der intellektuelle Wanderer George Steiner, ein passionierter Bergsteiger und SpaziergĂ€nger, sah die europĂ€ische Philosophie als vom Gehen geprĂ€gt; Europa sei von den FĂŒĂŸen geformt und humanisiert worden. Kant durchquerte Königsberg in chronometrischer PrĂ€zision, Kierkegaard streifte per pedes durch Kopenhagen, Coleridge dichtete und fĂŒhrte theologische StreitgesprĂ€che beim Stiefeln durch bergiges GelĂ€nde. Trevelyan verriet: „Ich habe zwei Ärzte, mein linkes und mein rechtes Bein.“ Und Kavafis lief durchs Land, „wie ein leerer Krug zum Brunnen geht – um gefĂŒllt zu werden.“ Unser Autor hingegen wandert am liebsten unter dem Sternenhimmel Tasmaniens; wenn alle schlafen, öffnet er den Reißverschluß seines Zeltes, pirscht durchs nĂ€chtliche Dunkel und in der Spanne zwischen Daumen und Zeigefinger eröffnen sich seinem Blick zweitausend Galaxien: Nachts gehen.

Boris Groys reflektiert ĂŒber Anti-Philosophie und die Politik der Anerkennung. Ist das BedĂŒrfnis nach Anerkennung mit einer philosophischen Haltung vereinbar? „Das Wort ‘Anerkennung’ ist politisch ambivalent. Unter einer Politik der Anerkennung versteht man oft eine Politik, die das Exkludierte inkludiert. Doch solch eine Politik der Inklusion, die eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Exkludierten voraussetzt, richtet sich de facto auf die Eliminierung der Metaposition, welche von den Ausgeschlossenen besetzt ist. Eine Politik der totalen Einbeziehung zielt darauf ab, sich des außerhalb der Gesellschaft liegenden Raums zu entledigen und jede externe, potentiell kritische Position gegenĂŒber der Gesellschaft als Ganzes zu eliminieren. Diese Politik verlangt von jedem, nach denselben Regeln zu spielen, denselben Gesetzen zu gehorchen, dieselben Ziele zu verfolgen, um wie jeder andere angesehen und behandelt zu werden, und jeden anderen auf dieselbe Weise anzusehen und zu behandeln. Offensichtlich lĂ€uft diese inkludierende Anerkennung einer philosophischen exkludierenden Anerkennung zuwider, die nicht beabsichtigt, die Exkludierten in das gesellschaftliche Ganze zu integrieren, sondern die das Anerkannte gerade als Punkt außerhalb der Gesellschaft benutzt, von dem aus dieses Ganze kontemplativ geschaut, kritisiert und eventuell transformiert werden kann.“
MĂŒssen Philosophen sich also jeglicher Vereinnahmung entziehen, um die Logik der Gesellschaft hinterfragen zu können? Wie erlangt man eine Metaposition jenseits gesellschaftlicher Regeln, die es erlaubt, durch souverĂ€ne Kontemplation völlige UnabhĂ€ngigkeit gegenĂŒber der etablierten Ordnung und Gesellschaft zu bewahren? Sokrates versuchte, die logische Struktur der etablierten Meinungen zu analysieren, anstatt sie nur zu akzeptieren oder abzulehnen, und wurde von seinen MitbĂŒrgern dafĂŒr umgebracht. Und auch heute gilt: Der Philosoph muß Das Leben riskieren!

WIE KANN EUROPA ZU EUROPA WERDEN?

Der Historiker Perry Anderson rekonstruiert in seinem tiefschĂŒrfenden Essay den Werdegang der EuropĂ€ischen Union. Er legt einige Geheimnisse ihrer wichtigsten Prozeduren, Entscheidungen und höchsten Kreise offen. Er erklĂ€rt, welche Bedeutung ein Bluff und eine Art von Putsch bei der Machtergreifung der EuropĂ€ischen Union gegenĂŒber ihren einzelnen Mitgliedsstaaten hatten. Ein Exkurs skizziert eine faszinierende, ganze Theorie des Staatsstreichs. Er portrĂ€tiert die wichtigsten Akteure der EU, beschreibt Integrationsdynamik und Stufenfolge ihrer Erweiterung sowie das InstitutionengefĂŒge der politischen Ordnung Europas: EuropĂ€ische Kommission, EuropĂ€ischer Rat, EuropĂ€isches Parlament, EuropĂ€ischer Gerichtshof und EuropĂ€ische Zentralbank. In ihrem zielgerichteten Zusammenspiel formiert sich trotz Brexit die Neuordnung des Kontinents zu einer immer engeren politischen Union. Scharfsinnige Beobachtungen und Blicke hinter die Kulissen: Operation Europa

Zhang Qianfan, Verfassungsrechtler an der UniversitĂ€t Peking, dessen Schriften der Zensur unterliegen, kĂ€mpft fĂŒr die Etablierung einer Verfassungsdemokratie in China und die Beendigung der diktatorischen Herrschaft der Kommunistischen Partei. Seine differenzierte und erschĂŒtternde Diagnose der Gesellschaft ist Ausgangspunkt seines PlĂ€doyers fĂŒr eine Systemreform. Katastrophische und kriegerische Entwicklungen sind möglich, sollte es nicht zu einer konstitutionellen Neubesinnung des Landes kommen. Hundert Jahre nach dem Sturz des Kaisers finden sich die Chinesen in einer zentralistischen Einparteienherrschaft wieder. Der autokratische Staat ist ĂŒbermĂ€chtig, die Freiheit des Individuums unterliegt strengsten Restriktionen und Kontrollen, flĂ€chendeckende visuelle und elektronische Überwachung ĂŒberzieht das Land, Selbstbereicherung der Parteieliten, Korruption, UnterwĂŒrfigkeit und moralische Verwahrlosung durchziehen die Gesellschaft. Nie zuvor, so Zhang, erlebte diese Nation eine Zeit, in der es derart an Gerechtigkeit, Zivilcourage und Selbstbesinnung fehlte. Nie zuvor, so der Rechtsgelehrte weiter, gab es so viele profitgierige Beamte und BĂŒttel, nie war die Luft so versmogt, die Nahrung so verseucht, nie schrumpften Chinas Steppen und Seen so rapide wie heutzutage. Sein faszinierender RĂŒckblick auf die 3.000-jĂ€hrige Kultur des konfuzianischen Chinas zeigt eine reaktionĂ€re hierarchische Ordnung, in der teilweise die Verantwortung des Einzelnen zur Selbsterziehung und die moralische Selbstverbesserung normativen Rang hatte. Kann man dem jahrhundertelangen Alptraum autoritĂ€rer Herrschaft in China endlich ein Ende setzen? Könnten ethische Elemente des Konfuzianismus zu Erneuerungsressourcen fĂŒr die WĂŒrde und Verantwortung des Einzelnen werden? Chinas Erneuerung. Warum das Land eine demokratische Verfassungspolitik braucht.

Der walisische Journalist Gareth Jones (1905–1935) opferte sein Leben bei dem Versuch, die Weltöffentlichkeit ĂŒber die mit Kollektivierung und Kulakenvertreibung einhergehende Hungersnot in der Ukraine Anfang der 1930er Jahre zu informieren, der Millionen Menschen zum Opfer fielen. Auf eigene Faust schlug sich der Korrespondent durch die von der Öffentlichkeit abgeschotteten Gebiete der Sowjetunion und wurde Augenzeuge einer unvorstellbaren Hungerkatastrophe. Er versuchte durch seine Schriften, die Öffentlichkeit wachzurĂŒtteln: vergeblich. Manche kommunistischen Schriftsteller rechtfertigten die Kollektivierung der Agrarökonomie als grausame, aber notwendige Durchgangsstufe bei der Genesis einer besseren Welt, andere erblickten darin einen kalkulierten Vernichtungsplan des Stalinismus, den Holodomor. Der einsame AufklĂ€rungskĂ€mpfer Jones scheiterte an Desinteresse und Feigheit, an verharmlosenden journalistischen Widersachern, an Ignoranz, Opportunismus und Intrigen. Auf einer Reise in das Konfliktgebiet der Mongolei wurde er 1935 ermordet. Georges Nivat erinnert an die Erfahrungen des resoluten Humanisten und wĂŒrdigt den aktuellen Film von Agnieszka Holland zu seiner Person, „Mr. Jones“. Über Wahrheit, Verrat und den Preis des Widerstands gegen eine Vertuschungsaktion im Jahrhundert der Extreme: Die große Hungersnot.

MACHTMENSCHEN

Wie gelang es diesem jungen peronistischen Jesuiten namens Jorge Mario Bergoglio aus Buenos Aires, zum Heiligen Vater im Vatikan zu werden? Wie vollzog sich der Aufstieg eines Priesters, dem zu Zeiten der argentinischen MilitĂ€rdiktatur NĂ€he nachgesagt wurde zu den Putschisten, die 30.000 Menschen umbrachten und mit etlichen Eminenzen der katholischen Kirche auf bestem Fuße standen? Wie wurde der Priester Bergoglio zum Kardinalerzbischof von Buenos Aires, und wie kam er – zur Überraschung fast aller Beobachter – auf den Besetzungszettel des Heiligen Stuhls? Wie ist seine Haltung zum weitverbreiteten Mißbrauch in seiner klerikalen Organisation? Und wie kann er sich behaupten in dieser jahrtausendealten römischen Institution voller Intrigen und RankĂŒne, von der intime Kenner sagen, ihre Mitglieder trĂŒgen tagsĂŒber gerne Spitzen und wandelten des Nachts in Leder? Der irische Schriftsteller Colm TĂłibĂ­n weiß den listigen Aufstieg zum Papst, ja sogar Das LĂ€cheln Bergoglios zu entschlĂŒsseln.

Unheilvolles Heulen vernimmt Philippe Videlier, wenn er zurĂŒckblickt auf jene Endzeit des Osmanischen Reiches, als Sultan AbdĂŒlhamid II Teile seiner Bevölkerung in Blut ertrĂ€nkte und die Vertreibung und Vernichtung der Armenier und anderer Minderheiten befahl. Etliche Bevölkerungsgruppen fielen den Bereinigungsaktionen des Herrschers zum Opfer. Man deportierte und massakrierte sie massenhaft, die elenden Feinde, die „Hunde, HĂŒndinnen und Bastarde von Hunden“. Der Autor erzĂ€hlt auch vom Heulen der vormals geliebten tierischen Freunde von Istanbul, die man einfing und auf die Prinzeninseln deportierte, um sie dort an Hunger und Durst verenden zu lassen. Von „Hunden“, die es einzusperren und loszuwerden gilt, spricht man auch heute noch, in einem neuen Palast, bei einer neuen Art von Sultan, der von einem neuen Osmanischen Reich im Nahen Osten trĂ€umt. Es gilt, sehr wach zu sein, wenn man am Bosporus von Hunden spricht, die es zu beseitigen gilt: PlĂ€doyer fĂŒr die Hunde.

RĂŒdiger Görner huldigt Friedrich dem Großen. GequĂ€lter und traumatisierter Sproß und Thronfolger des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I., war Friedrich II. zugleich Philosoph, Schriftsteller, Staatsmann, Feldherr und Musiker. Der Preußenkönig war Verfechter der AufklĂ€rung und Toleranz, doch zugleich ein Machtphilosoph mit eisernem Sinn und ehernem Herzen. Er war ein Technokrat der politischen Maschinerie, der seine Untertanen als Monaden des Vernunftmosaiks Staat verstand. An seinem Hof in Sanssouci waren die Musen zuhause, der virtuose Flötenspieler bewunderte Johann Sebastian Bachs Musikalisches Opfer, und er war skrupelloser Initiator dreier bitterer Kriege – eine der widersprĂŒchlichsten Figuren der deutschen Geschichte. Hegel sah mit Friedrich die Idee auf den Thron gehoben, Thomas Mann war er die Verkörperung eines Menschen, der sich seiner Zeit geopfert hat, Schiller wollte sich die Riesenarbeit seiner literarischen Idealisierung nicht aufbĂŒrden. Das PortrĂ€t eines „Großen von höchster FragwĂŒrdigkeit“:Flöte und KrĂŒckstock

Napoleon, das war eine europĂ€ische Faszinationsfigur und das Spektrum seiner Beurteilungen reichte von der Verehrung zur Verachtung, vom Ressentiment zur Idealisierung. Es gab den antiquierten Kriegsgott, den republikanischen Helden, den notwendigen Zerstörer, den Friedensstifter, Revolutionsvollender und Republikretter, den weltumschaffenden Halbgott, den Zerschmetterer des Klerikalismus, aber auch den VerrĂ€ter an der Revolution und den Schöpfer eines neuen Despotismus. Wie sah Friedrich Nietzsche diesen Welteroberer? Seine Betrachtungen reichen von einer frĂŒhe heldenromantischen Verehrung hin zu einem VerstĂ€ndnis von Napoleon als Typus des großen Menschen, spĂ€ter des Übermenschen. Er erschien ihm als „Wunder an Sinn“, als „Schluß-Tyrann“, der einem anarchistischen, entgleisten Machtkampf aller gegen aller ein Ende bereitete; als Herrscher antiken Wesens, als modernes Musterexemplar des vornehmen Typus, als Synthese von Unmensch und Übermensch; als Fleischwerdung der Herrschsucht, als Gott aus der Tiefe, der die Kreaturen seiner Politik kĂŒnstlergleich formte. „Die Revolution ermöglichte Napoleon: Das ist ihre Rechtfertigung. Um einen Ă€hnlichen Preis wĂŒrde man sich den anarchistischen Umsturz unserer ganzen Zivilisation wĂŒnschen mĂŒssen.“ Aber Nietzsche sagt auch: „Solche Menschen wie Napoleon mĂŒssen immer wieder kommen und den Glauben an die Selbstherrlichkeit des einzelnen befestigen: er selber aber war durch die Mittel, die er anwenden mußte, korrumpiert worden und hatte die noblesse des Charakters verloren. Unter einer andern Art Mensch sich durchsetzend, hĂ€tte er andere Mittel anwenden können; und so wĂ€re es nicht notwendig, daß ein CĂ€sar schlecht werden mĂŒĂŸte.“ Der Philosoph JĂŒrgen Große rekonstruiert in Nietzsches Napoleon die komplexen Metamorphosen seines Napoleonbildes, seine VerstĂ€ndnis von diesem Symbol „großer Politik“, das Symbol des „vornehmen Typus“ und eines „höheren Menschen“.

LEBENSWEGE

Der deutsch-iranische Dichter SAID besingt in seinem Poem kaddisch fĂŒr einen verblendeten das Schicksal eines kĂŒnstlerischen Außenseiters in einer Welt der NormalitĂ€t: „(...) nur die ohne charakter legen sich eine methode zu. ich hingegen habe nur einen geschmack, /samt der einschlĂ€gigen passion. damit brachte ich es immerhin fertig, gleichzeitig frauen und /der freiheit zu huldigen. (...) / ich habe mich /nie gelangweilt, denn ich suchte keine herrschaft, nur die schönheit. /man beschimpft mich oft als agenten des sĂŒdens im schlafgemach des nordens. ich bekenne /mich vormittags zum islam. ab 18 uhr diene ich dem abendland. ... /meine poesie ist vom fleisch genĂ€hrt, ich habe stets von wirklichen dingen gesprochen ...“

Bora Ćosićs „Abhandlung ĂŒber die Genealogie der Geister in unserem kleinen literarischen Umfeld“ huldigt einer genial-schöpferischen, aber fast vergessenen Übersetzerin des Gastmahls bei Trimalchio aus Petronius’ Satyricon ins Serbokroatische. Er erinnert sich an ihre LebensumstĂ€nde: „Frau Cica Ć alabalić ... gab nichts von sich preis. FĂŒr mich blieb sie der Schatten im Halbdunkel des Haustors, mit Brille und viel Mißtrauen, das sie, denke ich, gegenĂŒber dem Rest der Welt hegte. Ich erinnere mich dunkel an diese ganze Zeit, in der sich, dort irgendwo im Souterrain, ein autistisches Geschöpf aufhielt, als wĂ€re es wĂŒtend auf alle um es herum, von einem beinahe verrĂŒckten Benehmen. Doch fließt in den paar dĂŒsteren RĂ€umen ein Text von unĂŒbersehbarer Schönheit, Weisheit und Heiterkeit ...
In der Villa oben lebte eine Familie von Ärzten, RechtsanwĂ€lten, Journalisten und ganz anstĂ€ndigen Menschen ... In allen Farben schillert sie, die weitere Umgebung dieser Villa. In der NĂ€he gab es lange die Garagen der Armee des Königreichs Jugoslawien, so hieß die Gegend auch ‘Auto-Kommando’. Auf einer Anhöhe sind zwei Fußballstadien, dann die Villa des ermordeten Kriegsverbrechers Arkan und seiner Frau, einer VolksliedsĂ€ngerin. Die Gegend wimmelt von kleinen Kneipen, winzigen KramlĂ€den, tĂŒrkischen BurekbĂ€ckereien, Schuster- und SchneiderwerkstĂ€tten, Friseursalons fĂŒr ‘Damen und Herren’, FriedhofsgĂ€rtnereien, KerzenverkĂ€ufern, Konditoren und KurzwarenhĂ€ndlern. SĂ€ufer, LastentrĂ€ger, Strolche, BĂ€cker, SĂ€ngerinnen, Kriegs- und andere Verbrecher, Fußballer und ihre Fans, Chauffeure, Kutscher und Taxifahrer, BĂŒfettiers und Findelkinder. Das war das Umfeld des Gastmahls des Trimalchio von Frau Ć alabalić, und so ist es ĂŒberwiegend auch heute ...“

Maike Albath, intime Vertraute der italienischen Kultur, erinnert sich an eine Art der Begegnung und die Biographie eines literarischen Lebens- und LiebeskĂŒnstlers, Ketzers und Anregers, im GetĂŒmmel und Gewimmel der kosmopolitischen Hafenstadt: Bobi Bazlen. Sie zeigt uns eine Stadt inspirierender Begegnungen und gelehrter Experimente, amouröser Biographien und kapriziöser LebensentwĂŒrfe. Von CafĂ©s und Salons, bizarren Figuren und Abenteurern des Lebens, Karrieristen und Scheiternden, humanistischen und faschistischen Parallelgesellschaften: ZurĂŒck nach Triest

BRIEFE UND KOMMENTARE

Mit dem scheiternden Sturm auf das Kapitol und der AmtseinfĂŒhrung des neuen US-PrĂ€sidenten erlebte das weltweite Tauziehen von Demokratie und Autoritarismus eine wichtige Umkehrung. Stephen Eric Bronner zeichnet die amerikanische Landschaft nach dem Aufruhr und die Situation der republikanischen Partei. „Warum sich exponieren, wenn sich Trumps Partisanen bei der nĂ€chsten Wahl rĂ€chen? Nach dem augenblicklichen Stand der Dinge fehlt es den „moderaten“ Republikanern an einer echten Basis in der Partei. Sie sind vollkommen isoliert, und es ist gut möglich, daß sich die Partei spaltet – zur großen Freude der Demokraten. Sollten die Kongreßwahlen 2022 nicht in einer Katastrophe enden, werden diese rĂŒckgratlosen Leute zweifellos so weitermachen wie bisher. Und noch immer besteht die Möglichkeit, daß Trump 2024 noch einmal zur Wahl antritt. Schon jetzt haben seine VerbĂŒndeten unter den Staatsbeamten in Arizona, Georgia, Texas, Oregon, Michigan und einigen anderen Staaten die Kritiker des ehemaligen PrĂ€sidenten zum Schweigen gebracht. AbtrĂŒnnige kommen wieder angekrochen nach Mar-a-Largo, um Trump die Stiefel zu lecken. Dutzende Gauner, Rassisten und enge Freunde wurden begnadigt. Ivanka plant ihre Kandidatur fĂŒr den Senat in Florida, Erics Frau Lara ĂŒberlegt noch, ob sie fĂŒr den Senat in North Carolina kandidiert, und Schleimbeutel Don Jr. erwĂ€gt gar eine PrĂ€sidentschaftskandidatur. Es kann gut sein, daß Hardcore-Fans von „the Donald“ 2024 einen neuen Demagogen brauchen, der ihrer Hysterie, Paranoia und ihrem Verschwörungsfetischismus Ausdruck verleiht. Aber es gibt ja immer noch seine Kinder; außerdem sitzen genug andere dubiose Kandidaten in den Startlöchern, die bereit sind, demokratische Verfahren, ökonomische Gleichheit und Weltoffenheit zu behindern. Auf einen wirklichen Widerstand wartet viel Arbeit, und die Edmund Burke zugeschriebenen Worte: „FĂŒr den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun“ bekommen eine ganz neue Bedeutung.

Eine tour d’horizon vom VerfassungsverstĂ€ndnis der antiken Polis zu konstitutionellen Fragen unserer Zeit unternimmt Birger P. Priddat in Die Antike Polis und die heutige Demokratie und nimmt den Quellcode der athenischen Polis als Matrix unseres VerfassungsverstĂ€ndnisses. Die grundlegende Verfaßtheit aller Verfassungen ist nicht die Demokratie selbst, sondern bezieht sich auf das Hoheitsrecht ĂŒber die Wahl von Verfassungen. Die wunderbaren Eigenschaften der BĂŒrger, ihre Tugenden, Freundschaften, ihre Kampfbereitschaft zur Verteidigung ihrer Politik, sind bereits zu der Zeit ihrer Niederschrift normativ-romantische Konzepte, immer um einen Topos kreisend: Daß die Erfindung der Demokratie als Selbstherrschaft bloß nicht aufgegeben werden möge, weil man sonst niemals wieder in den Zustand der Freiheit der Selbstbestimmung zurĂŒckfĂ€nde. Man vergewissert sich auch immer wieder der Ungeheuerlichkeit, wie in einer Welt der „Herrschaft“ (der Despotien) eine kleine mittelmeerische Kohorte die „Politik“ erfindet, das heißt nĂ€mlich nur jene Herrschaft zuzulassen, die man ĂŒber sich selbst ausĂŒbt. Selbst wenn man diese Freiheit an Tyrannen delegiert, haben sie Revisionsrechte. (...) „Die Gesellschaften heute sind nicht nur zu groß fĂŒr athenische Politikformate, auch sind die ZukĂŒnfte zu ungewiß, als daß wir wahrscheinlich vermeiden können, entweder idiotische Tyrannen (schlecht) oder aristokratische Könige (gut) zu wollen, die uns mit ihrer hard oder good governance die KomplexitĂ€t zu reduzieren versprechen. Daß 27 LĂ€nder die EU regieren, ist eine Kunst, welche die Kompetenz jeder Polis hochgradig ĂŒberstiege. Daß sie die EU letztlich undemokratisch regieren, vom demos direkt entkoppelt, als funktionale GroßbĂŒrokratie ist die sichtbarste Differenz zur politischen Erinnerungskultur der demokratischen Formen. Wir haben es bei der EU – antik betrachtet – mit einem attisch-persischen Hybrid zu tun: die fĂŒr sich demokratischen Poleis (LĂ€nder) stehen unter funktionaler Herrschaft (bĂŒrokratische Despotie) ohne Herrscherfigur (vielmehr ein politischer FĂŒhrungsklub eingebildeter Aristokraten, machtvoller Gut-Menschen (aristoi) unter Lobbyeinfluß (plutoi)). So betrachtet, ist die EU eher ein römisches Modell, bevor die res publica in ein Kaisertum umkippte.“

„Oh Wien! Wie hier alles aufeinanderknallte. Antagonisten und Protagonisten, Aktion, Reaktion, Monarchie und Moderne, Zionismus, Antisemitismus, Armut und die gesammelte Dekadenz des Fin de SiĂšcle, sein allmĂ€chtiger Höhepunkt geistiger Schaffenskraft, Freuds Psychoanalyse, Mahlers Theaterrevolutionen, Schieles Bilder. Pausenlose Prostitution, SĂ©parĂ©es, in SittenrĂŒstungen gekleidete Frauenzimmer und mit 14 verheiratete MĂ€dchen. Extreme von epischen Dimensionen, zwischen denen die gewaltigsten Energien fließen konnten. Es hatte GrĂŒnde, daß Freud, Wittgenstein und Schiele keine Pariser waren. Zu tief die AbgrĂŒnde, zu blĂŒhend bunt die Neurosen, an denen sich ihre Gehirne austoben konnten." Konstantin Arnold war in Wien und konstatiert Wien kann helfen: gegen Tugendterror und Zeigefinger, gegen Dogma, Todschlag und allerletzte Wahrheiten, gegen die Atombombe der Moral. Eine LiebeserklĂ€rung an die Donaustadt der Moderne und die dort herrschende Freiheit der Kunst.

Jean-Claude Pinson erinnert sich an revolutionsromantische Abenteuer seines Studentenlebens, an seine Zeit als Aktivist unter Eisenbahnern und auf Atlantikwerften, an die verfĂŒhrerische Metapher, mit der Lokomotive der Geschichte in die paradiesischen ZustĂ€nde politischer Freiheit und Gerechtigkeit gelangen zu können. Nach dem Katzenjammer folgte die Wiederentdeckung des „dichterischen Wohnens“, des Tanzes der Jahreszeiten, des pastoralen Lebens, des maritimen Zaubers, der Wunder der bukolischen Natur ... Einst gab man mit der roten Fahne das Zeichen zum Aufbruch, heute denkt man daran, daß sie SchrankenwĂ€rtern mit Kupferhorn und Sturmlaterne auch als Alarmsignal diente.

KORRESPONDENZEN

Ulf Peter Hallberg schickt aus Malmö Erinnerungen an den verstorbenen Freund: „Lawrence Ferlinghettis Name klingt nach Zirkusartist, vielleicht einem SeiltĂ€nzer. Seine Gedichte stammen aus einer Epoche, da man noch an TrĂ€ume und EinfĂŒhlung glaubte. An das Echte! Man kĂ€mpfte gegen den Krieg, die Gesellschaft, die NormalitĂ€t, den kapitalistischen Bluff, ja gegen jede Art von Steuerung: Nicht nachgeben, alles durchschauen! Allen Ginsberg meinte: „Das Beste in uns entsteht aus unserer Verletzlichkeit.“ Ferlinghetti sagte: „Mein Freund Allen Ginsberg hat gesagt: /Das Wichtige beim Sterben ist, /zu fokussieren, /sich darauf zu konzentrieren. /Dasselbe gilt fĂŒr das Leben. /Tötet nicht alle TrĂ€ume!“

Oksana Timofejewa aus Sankt Petersburg beobachtet die heftigen Proteste gegen die Deportierung Alexander Nawalnys und staunt ĂŒber die unerwartet zahlreichen Menschen, die den Mut gefunden haben, trotz einer enthemmten Polizeigewalt auf die Straße zu gehen. Ein Riß geht heute durch die russische Gesellschaft und zahllose Menschen haben bereits mit der herrschenden Macht innerlich gebrochen: Die Schwelle ist ĂŒberschritten.

Sergio Benvenuto analysiert die ĂŒberraschende Komposition der neuen italienischen Regierung unter EZB-„Superman“ Mario Draghi und fragt, wie diese Regierungskonstellation aus Nicht-Politikern, Fachleuten und Experten, an die Macht gelangen konnte. Als Königsmacher sieht er den frĂŒheren MinisterprĂ€sidenten Renzi, der mit einem raffinierten Machtspiel der vorangegangenen Regierung Contes das Überleben verbaute: In der italienischen Hauptstadt herrscht nunmehr Das Römische Triumvirat.

Unbeeindruckt von den dramatischen Ereignissen wĂ€hrend der Französischen Revolution empfĂ€ngt und tanzt die Schriftstellerin Madame de KrĂŒdener weiter in ihrem Salon. Inmitten einer Zeit grundlegender UmwĂ€lzungen verkörpert die Mystikerin die Sehnsucht nach dem ÜbernatĂŒrlichen. Als Schriftstellerin wird ihr zwar Anerkennung gezollt, als sie jedoch beginnt, sich fĂŒr die Armen einzusetzen, wird sie als „Sozialistin“ zum SĂŒndenbock gemacht. Suzanne BrĂžgger zieht in Schaltanz eine Linie von den UmwĂ€lzungen des spĂ€ten 18. Jahrhunderts hin zu aktuellen VerĂ€nderungen durch die #MeToo-Bewegung, die schon zu einer „Entthronung“ jener Kunst gefĂŒhrt hat, wo gottgleiche KĂŒnstler als Rollenmodelle fĂŒr „nine to five“-Angestellte dienten, mit einem Freibrief fĂŒr ihr Tun. WĂ€hrend die Frauen in BrĂžggers Generation es fast als normal empfanden, durch (sexuelle) ZugestĂ€ndnisse Zugang zu den Tempeln der Kunst zu erhalten, so stellen junge Frauen dies heute in Frage, wehren sich. Doch auch die Ehen halten nicht, weder im Fernsehen noch in der realen Welt. „Das ist auch nicht nötig. Man kann nur sich selbst heiraten.“

Herbert Maurer sieht FrĂŒhlingslĂŒfte und FrĂŒhlingsgefĂŒhle sich regen an der schönen blauen Donau und widmet sich der „Wiener Liebe“ und ihren kultursoziologischen, kardiologischen und kriminalpsychologischen Folgeerscheinungen. Wer das Wort „Liebe“ auch nur denkt, geschweige denn ausspricht oder die Liebe gar besingt, sollte den schönsten aller Wiener Imperative vor Augen haben: „Nua ka schmoez net – nur kein Schmalz“. Mit dem fein kalibrierten Wort „schmoez“, also „Schmalz“ oder Schweinefett in konsistenter Form, wird nicht nur die Liebe ins Herz getroffen. Auch die Folgen angewandter, gedachter und unausgesprochener Liebe vom pathosbeseelten Eros bis zum lĂ€cherlichen Techtelmechtel, von der platonischen Neigung zur Idee des Guten bis zum hingebungsvollen Kosen eines klĂ€ffenden SchoßhĂŒndchens werden schonungslos entblĂ¶ĂŸt, oder, um Wiener Amtsdeutsch in seiner hölzernen Art zu bemĂŒhen „zur Aufdeckung gebracht“. ... Mit der Vermeidung von „schmoez“, mit der Warnung vor Kitsch und GefĂŒhlsduselei wird grĂ¶ĂŸte Vorsicht bei der romantischen bis hin zur kĂ€uflichen Liebe eingemahnt, aber eben auch die Vermeidung eines GefĂ€ngnisaufenthaltes, denn „schmoez“ steht auch fĂŒr den richtigen „Knast“. Eine heikle Gradwanderung zwischen Schmalz und Schmoez – Kann das gut gehen?

KUNST

Die amerikanische Photographin Brooke DiDonato spielt mit hyper-femininen Versionen ihres „Ichs“, sie lotet SpielrĂ€ume von Geschlechterrollen und deren stereotype Grenzen aus. Sie schlĂŒpft durch die angelehnte TĂŒr des Unbewußten und gibt surrealen Bildwelten Raum. Das Portfolio ist den Arbeiten der französischen Photographin Floriane de LassĂ©e gewidmet. Sie portrĂ€tiert Frauen dreier Generationen in Afrika, optimistisch, feminin, strahlend, gegenwartserfĂŒllt: Mamas Benz

Wir wĂŒnschen Ihnen anregende und abwechslungsreiche LektĂŒre! Jetzt erst recht.
Bleiben Sie uns gewogen!

Mit den besten GrĂŒĂŸen,

Lettre International

Die kommende Ausgabe Lettre 143 erscheint Anfang Dezember 2023